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„Kopieren hieß Gott nah zu sein“

Ein informativer aber, was SoundDesign angeht, ein bisschen kitschiger Podcast über Copyright von WDR5:

Egal ob Text, Foto oder Video – spätestens mit der Nutzung von Blogs, Wikipedia und Videoportalen wie You Tube kann man sich mit einem Klick der Urheberrechtsverletzung schuldig machen. Die Debatte um den Wert der Kopie und des Plagiats ist längst in die nächste Runde gegangen. Die einen sehen im Kopieren ein Kreativprinzip, die anderen die Einschränkung künstlerischer Freiheiten. Wie hat sich die Geschichte des Urheberrechts entwickelt?

01: Die Berner Übereinkunft von 1886
02: Die Erfindung des geistigen Eigentums
03: Die Erfindung der privaten Kopie
04: Kopieren ohne Grenzen

(via Nerdcore)

johannes p osterhoff: one year performance

hier ist eine schöne performance von johannes p osterhoff. im projekt geht es darum, dass jede von ihm eingegebene google-suchanfrage sofort online publiziert wird. osterhoff selbst schreibt, dass sein projekt von tehching hsieh, einem in den usa lebenden taiwanischen künstler inspirtiert wurde: „The term One-year Performance has been coined in the 1970s by Tehching Hsieh, a Taiwanese performance artist based in New York. Of his own free will, Hsieh for example spent one year captured in a cage, punched a time clock every hour on the hour for one year, or spent one year entirely outside of any building.“

das projekt ist ein schönes beispiel für remix/remake culture: die ideen der konzeptuellen analogen kunst werden in digitalen raum gesetzt und durch neue medien und vor allem durchs internet in einem anderen licht erscheinen.

Johannes P Osterhoff hat seine einjährige Google-Performance beendet: “Da ein Script für jede Suchanfrage automatisch eine HTML-Seite erstellt hat und diese mit den anderen so erzeugten Seiten verlinkt wurde, entstand automatisch ein Netzwerk von über 8000 Seiten. Hauptsächlich aufgrund dieser Größe (und auch der Aktualität mit der ich dieses Gebilde durch meine ständige Suche aktualisiert habe), sind diese Seiten, die außer meinen Suchbegriffen und deren Datum eigentlich keinen Inhalt haben, recht gut bei Google gerankt und werden in den normalen Google-Ergebnissen angezeigt, wenn jemand das Gleiche oder etwas ähnliches sucht. Aber das ganze ist nicht nur Google Bustig, sondern eine Entsprechung zur Street Art im öffentlichen Raum – nur dass die Google-Ergebnisse einen halb-öffentlichen Online-Raum darstellen.” Zur diesjährigen Transmediale (ab 31.1) wird Osterhoff zusammen mit rund 20 Leuten eine Woche lang öffentlich googeln. Das Projekt wird auch beim 25. Stuttgarter Filmwinter (ab 19.1) vorgestellt und läuft dort im Wettbewerb “Network Culture”. Bei ARTE Creative kann man übrigens ab heute über seine Lieblingsarbeit abstimmen

(via rebel:art)

v/vm: „the missing symphony“ und sergey zagniys „hymne“

in meinem konzept no. 5 hab ich vorgeschlagen die ganzen sinfonien von anton bruckner gleichzeitig abzuspielen, um beim hören zeit zu sparen.
hier ist ein paar projekte mit derselben idee.

ein projekt von V/Vm aus dem jahr 2003: alle sinfonien von dmitri schostakowitsch werden an ihrer durchschnittlichen dauer angepasst und entsprechend schneller oder langsamer gleichzeitig abgespielt.

to player –>

im stück „anthems and requiem“ (2011) von sergey zagniy werden mehrere nationalhymne gleichzeitig wiedergegeben:
to player –>

anton wassiljew – rendering studies (2011)

hello everybody!
nach der langen pause bin ich schon wieder da! hier ist ein video von mir, in dem es darum geht, dass bilder bzw. existierende musik mit den anderen bildern bzw. mit der anderen musik umkontextualisiert werden.
z.B. wird franz schuberts porträt als medium der transposition für sein lied „auf dem flusse“ behandelt, oder dmitri medvedevs bzw. joseph stalins portrtät als quelle der tonhöhen für die russische hymne, wobei der rhythmus originell bleibt. oder die helligkeit des adornos porträts sortiert samples nach der zugehörigkeit zu e- oder u-musik.

dada-zeitschriften online

hier hat jemand dada-zeitschriften von tristan tzara gescannt: dada 1, dada 2, dada 3.
und noch fluxus performance workbook dazu.

viel spaß!

johannes kreidlers kinect studies


ein beispiel dafür, dass man ein glied der kausalkette verändert und deswegen zu einem neuen ergebnis kommt, sind diese schönen transkriptionen der klassischen werke für 3d-sensoren von johannes kreidler.  durch die technischen erweiterungen des musikalischen instruments und/oder durch die ersetzung der traditionellen „schnittstelle“ zwischen dem körper des musikers und dem instrument fängt das instrument an auf die bewegungen anders zu reagieren, obwohl die körperlichen gesten gleich bleiben.

dabei sind z.b.:
helmut lachenmann – „guero“ (1970/1988);
la monte young – composition no. 7, „to be held for a long time“ (1960);
beethoven – eine sonate, langsame satz (zwischen 1795 und 1822);
robert bozzi – „choice 3“ (1966).

( via KULTURTECHNO)

die jpeg-codierung und gerhard richter

zur zeit bin ich mit einem project beschäftigt, bei dem es (auch wie immer) um musik mit bildern geht. dabei musste ich mal gerhard richters „4900 farben“ von 1000 x 1000 px auf 10 x 10 px downsamplen. hatte naive hoffnung, dass es direkt geht. nein. das bild verändert sich beim downsampling wegen der ungenauigkeiten der jpeg-codierung.
davor und danach (finden sie 10 unterschiede):

dann hab ich aufgegeben und anhand des pipette- und füllwerkzeuges das bild selbst nachgemalt, damit kodierungsfehler ausgeschlossen sind. mit „mona lisa“ wäre das verfahren etwas mühsamer.

jani christou

das drive von 60er kann man nie wiederherstellen. und das braucht man auch nicht. trotzdem: klassiker zum frühstück: ein paar tolle videos von jani christou:

ein ausschnitt aus strychnine lady (1967):

und anaparastasis i (1968)

(via kontrakadenz)

manuel palous „5 million dollars 1 terabyte“ (2011)

ein tolles werk von manuel palou „5 million dollars 1 terabyte“  (2011). eine skulptur, die aus einer festplatte und illegal heruntergeladenen dateien mit dem gesamten wert $5,000,000 besteht. hier gibt es die liste der files, inklusive downloadlinks.

via (nerdcore)

siggraph-keynote von cory doctorow über copyright

ein vortrag über copyright von cory doctorow,  author, journaisten und kurator von boingboing blog.

via (jörn loviscach)

Getaggt mit

kunstgeschichte als diagramme

ich hatte schon immer eine neigung zu katalogisierung und zu in-ordnung-bringen und natürlich eine besondere vorliebe für die kunstwerke, die indem sie ihre umgebung reflektieren, automatisch kataloge, diagramme oder wörterbücher mimikrieren. hier ist ein diagramm „cubism and abstract art“ von alfred barr und dazu ein schönes remake über graffiti und street art von daniel feral.

via (rebel::art)

2003: lang, oehring

hier sind zwei orchesterstücke aus der rockigen zeit der neuen musik, die ich sehr mag: dw 8 von bernhard lang (2003) und das blaumeer von helmut oehring (2003).

bernhard lang
differenz / wiederholung 8
für orchesterloops & 2 turntable-Solisten (2003)
dieter kovacic & marina rosenfeld, turntable-Solisten
symphonieorchester des bayerischen rundfunks
dirigent: peter rundel

helmut oehring
das BLAUMEER (aus: einkehrtag) (2003)
for solo trumpet, solo elec-gtr,
soprano (male), large orchestra,
live-electronics (GOGH)/
text: h. oehring
symphonieorchester des bayerischen rundfunks
arno raunig (soprano), bill forman (tpt), jörg wilkendorf (elec-gtr),
cond. martyn brabbins

Getaggt mit

gravitaion als musikerersatz

in japan für werbungszwecke wurde ein riesiges xylophon gebaut, bei dem gravitation die aufgaben des musikers übernimmt. ich war immer überzeugt, dass es neben eu-musik aus europa auch so was wie g-musik aus japan gibt :-).
im video spielt gravitation „jesus bleibet meine freude“ aus bachs kanate „herz und mund und tat und leben“, bwv 147.

via waveformless

endre tót – zero demo (1980)

 

„zero demo“ 1980 by endre tót.

via buuuuuuuuu

the million dollar homepage und l’œil cacodylate


alex tew
hat im jahr 2005 eine webseite erstellt und 1000 000 pixels des webspace für 1 dollar pro pixel verkauft. hier schreibt er auch selbst etwas dazu.

eher unbewusst bleibt das projekt mehr oder weniger ein remake des francis picabias konzepts „l’œil cacodylate“ aus dem jahr 1921.
picabia hatte eine große leinwand in seinem studio mit ein paar farbdosen daneben. jede(n), die/der sein studio besuchte,  bat er etwas auf der leinwand zu schreiben oder zu malen, gratis natürlich.
hab leider keine ahnung, was das bild von picabia heutzutage kostet. aber die frage natürlich dabei: wie lange müsste er warten bis sein bild 1000 000 dollars kosten wird.
die beschleunigung ist unbestreitbar :-).

the obama board: sampling im dienste des bösen

ein keyboard, das ausschließlich samples aus der obamas inaugurationsrede triggert.  hab auch so was gemacht, aber nicht so radikal.
interessant daran, ob irgendein symantischer zusammenhang möglich ist, damit das ding auch obamakritisch wird?
kann sein natürlich, dass das ausgeschloßen ist, weil alles da ganz genau mathematisch durchgerechnet ist:  eine frage der kombinatorik oder gruppentheorie.

via synthtopia

bilude von pierre schaeffer

hallo everybody!
noch zum thema kontextuelle verfremdung, sampling und keyboarding: bilude von pierre schaeffer.
enjoy!

konzept no. 7 „teaching a cactus classical music“

сценический римейк перформанса джона балдессари „обучение комнатного растения алфавиту“.

http://angelfloresjr.multiply.com/video/item/65/John_Baldessari_Teaching_a_Plant_the_Alphabet_

на сцене: перформер и кактус, окруженный маленькими компьютерными колонками: спереди – сзади – справа – слева – (снизу – сверху). в зале – аналогичная диспозиция колонок относительно публики.
по аналогии с перформансом балдессари, кактусу показывается  портрет композитора, называются его имя и одно из сочинений. затем из колонок, окружающих и кактус, и публику, воспроизводится семпл из названного сочинения.  описанная акция для каждого композитора  повторяется многократно с различными семплами из сочинениями и/или разными сочинениями.
за перформером находится экран, на который при помощи видеокамеры и бимера проецируется увеличенное изображение кактуса и показываемого портрета композитора, музыка которого прививается растению в данный момент.

what’s up, tiger lily? (1966)

woody allens „what’s up, tiger lily?“ – klassiker des readymade-verfahrens in der filmkunst.

autoreflexion des mediums

michael takezo chinen verwandelt den memory-zustand eines programms in klang.
hier sind ein paar projekte:

FuckingAudacity: audacity spielt sich selbst ab:


Audacity GUI performance from Michael Takezo Chinen on Vimeo.

und ein text von michael takezo dazu:

Audacity is an open source sound editor. I modified the code so that the sound playback depends upon the physical memory state of the program. Because the memory is dependent upon the user interaction, the user interface (buttons, menus, etc) as well as the structure of user-driven processes (effects, importing files, etc) become a part of the sonification process. The noisy quality of the sound is due to the fact that chunks of uninitialized memory are continuously sent to the audio output.

FuckingWebBrowser: klingt „das innere“ des webbrowsers:


FuckingWebBrowser sonification demo
from Michael Takezo Chinen on Vimeo.

FuckingWebBrowser is a simple open-source WebKit based browser (for which there are thousands of tutorials on how to make in less than 2 minutes on a mac.) I added sonification, which converts the memory state into audio. The quality of sound is noise, but an overall structure is recognizable due to changes in the user interface (while the images load, while I mouse over/scroll, etc), which directly affect computer memory. From 5’30“ on there is a preview of a tool codenamed FuckingFucker, which can attach to any process using its PID or BSD name and sonify a dissasembly of the process’s instructions at runtime (eg. and read the registers on the cpu). In this video FuckingFucker is attached to FuckingWebBrowser providing a double sonification.

http://fuckingsound.com/

extended technichs auf gameboy

wenn man gameboy-musik atonal machen möchte und wenn man der tradition folgt, dann muss man auf diese musik extended technics anwenden. dann geht es wieder.

Ernst Jandl – Parasitäres Stück

ein schönes konzept von ernst jandl aus dem jahr 1971. verliert aber an radikalität wegen der anmerkung 2.

im anschluß an ein sprechstück

dauer: 10 (oder weniger) minuten

anmerkung 1
der beginn des parasitären stückes ist vom ende des vorangegangenen sprechstückes durch eine pause getrennt
anmerkung 2
die aufführung des parasitären stückes bedarf der einwilligung des autors des vorangegangenen sprechstückes

personen
die personen der letzten 10 (oder weniger) minuten des vorangegangenen sprechstückes in unverändertem  charakter und unveränderter aufmachung

ort
der ort (die orte) der letzten 10 (oder weniger) minuten des vorangegangenen sprechstückes in unveränderter anlage und ausstattung

handlung
die handlung (handlungen, bewegungen, auftritte und abgänge) der letzten 10 (oder weniger) minuten des vorangegangenen sprechstückes in unveränderter ausführung

text
ersetzung alles in den letzten 10 (oder weniger) minuten des vorangegangenen sprechstückes gesprochen durch mit heraushängender zunge unter einhaltung der zeitdauer des gesprochenen ausdruskslos gelalltes. das bei diesem lallen entstehende stereotype geräusch ist in rhythmus und klang am ehesten mit einer reihe in einem einzigen exhalationsstrom hervorgestoßener rasch aufeinanderfolgende kurzer l-laute (l-l-l-l-l) vergleichbar.

stockhausen serves imperialism

texte von cornelius cardew über bürgerliche gesellschaft, copyright, john cage und stockhausen.
download

video journal von encircled_plus

eine tolle reihe der kurzen alltagsvideos – video journal von encircled_plus.





keyboardstück i

mein keyboardstück i für stockhausens klavierstück ix, keyboard und sampler. am keyboard philipp hövelmann.

klarenz barlow in hannover

am 14.juni wird es an der hochschule für musik hannover eine vorlesung von klarenz barlow aus santa barbara mit dem thema „algorithmische komposition am beispiel eigener arbeit“ geben. die vorlesungsreihe „entscheidung und automatik im komponieren der gegenwart“ läuft schon in hannover ab 26.april. immer dienstags ab 18:15 bis 19:45 uhr.
http://www.hmtm-hannover.de/de/veranstaltungen/einzelveranstaltungen-reihen-aktuell/entscheidung-und-automatik-im-komponieren-der-gegenwart/

joachim, danke für den hinweis!

Getaggt mit ,

konzept no. 6 „spam“ / концепт 6 „спам“

konzept no. 6 „spam“
führen ein musikalisches werk auf keyboard vor dem publikum auf.  vor der aufführung wird eine liste mit email-adressen der mögliсhen zuhörer erstellt, die  entweder im saal sitzen oder online/offline sind. während der aufführung muss es zwei möglichkeiten geben: entweder klingt die musik aus den lautsprechern im saal oder sie läuft stumm im keyboard. in dem fall wird dieser stumme abschnitt als eine mp3-datei auf der festplatte im computer gespeichert und an die leute aus der mailingliste geschickt. in der email wird  jede datei kommentiert. die entscheidung, ob die musik im saal klingt, oder per email geschickt wird, ist durch zufallsgenerator gesteuert. die auswahl des emfängers, des kommentars, der dauer und der zeitlichen position des abschnitts ist auch zufällig.

концепт 6 „спам“
исполнять перед публикой музыкальное произведение на киборде, составив предварительно список имейл-адресов потенциальных слушателей, находящихся как в зале, так и онлайн/офлайн. во время исполнения есть две возможности: либо мущыка раздается из колонок в зале либо существует только внутри киборда и компьютера. в последнем случае музыки, звучащей лишь внутри машины, сохраняется как мп3-файл и в реальном времени посылается одному из адресатов. при этом звуковые файлы снабжаются в имейле предварительно заготовленными комментариями. решение, звучит ли музыка в зале или же посылается по электронной почте управляется при помощи генератора случайныз чиселю выбор адресата, комментария, момента и длительности записи также случаен.

z0R: ein grenzloses live-museum

ein absolut geniales kunstprojekt: eine seite, auf der man kleine videos, music und sprache mischt und das ergebnis als ein kunstwerk darstellt:  http://z0r.de


hier ist noch ein schönes beispiel mit musik

und hier ist die liste aller videos:
http://index.z0r.de

und der forum: http://board.z0r.de

mitja, danke für den hinweis!

concept art von doors

zum thema „kommentierte musik“: ein tolles und seltenes video von jim morrison.

informatik in der kunst

mein stück „sortierung der webernschen tonreihe nach dem bubblesort-algorithmus“

und verwendung desselben algorithmus in bezug auf volkstänze

via boing boing